Mags-Frisch-Rezept-Faloodeh-persisches-Glacé
Faloodeh – das persische Ur-Glacé

Die Sommerferien sind in vollem Gange, für viele die schönste Zeit im Jahr. Es ist auch die Zeit der gestählten Oberkörper, der Sonnenbrände und der Bierbäuche, die für ein paar Wochen im Jahr Gesellschaft von Glacewampen bekommen. Du bist, was du isst: Dieser Spruch (so alt, so falsch) behält einmal seine Gültigkeit – und zwar dann, wenn es um die Glace-Vorlieben geht. Wer ist ihm nicht auch schon begegnet, dem Schoko-Extremisten, der auch bei der Auswahl von gefühlten 50 Sorten mit der Zuverlässigkeit eines Blindenhundes den Schokoladengeschmack wählt. Eine Abweichung davon wird überhaupt nicht erst in Erwägung gezogen.

 

Typologie der Glacé-Esser

Nicht weniger verbissen scheint der Sehnsüchtige zu sein: Calippo, Twister und Rakete lassen in ihm die unbeschwerten Nachmittage in der Badi hochleben, bei dem sich alle Ängste und Sorgen auf den nächsten Sprung vom Fünf-Meter-Brett konzentrierten. Nicht minder verbreitet im städtischen Umfeld: der Hipster. Gut und gern steht dieser eine halbe Stunde in der Schlange, um sich dann ein Thymian-Zitronen-Glace aus Bern zu gönnen. Und da haben wir noch die besonders Kultivierten, die das gern über ihre Glacewahl zum Ausdruck bringen: Hausgemacht, vom Konditor und am liebsten nichts zum Schlecken, weil Zungezeigen einem Busenblitzer gleichkommt.

 

Die Glace-Leidenschaft stammt nicht aus Bern, aber auch nicht aus Italien. Schon vor 2500 Jahren wurde im Antiken Griechenland Schnee mit Honig gesüsst und die alten Perser hatten 400 Jahre vor Christus ihr erste Art Speiseeis: Faloodeh, das womöglich älteste je überlieferte Glacerezept.

 

In Shiraz habe ich mein erstes Faloodeh gegessen: Shirazi Faloodeh, eine Spezialität der iranischen Metropole. Es war heiss und das Bild, das ich in jedem Eck zu sehen bekam, stets dasselbe: Gross und Klein machten sich über ein Schälchen mit schneeweissem Glace her. Kurz darauf haben auch mein Freund und ich uns dem Strassenbild gefügt und löffelten unser erstes Eis aus Glasnudeln und Rosenwassersirup.

 

Extrem süss und herrlich erfrischend

Das mag seltsam klingen, schmeckte aber köstlich – obwohl extrem süss, ist es herrlich erfrischend. Es folgten etliche weitere, manchmal mit etwas Sauerkirschensaft beträufelt, manchmal plain, immer stark nach Rosenwasser duftend. Ein mit Kirschen und Granatapfelkernen aufgepimptes Faloodeh-Rezept möchte ich nun mit euch teilen.

 

Mags-Frisch-Rezept-Faloodeh-Persisches-Glacé

 

Rezept für Faloodeh

Portionen 6

Zutaten

  • 250 g Glasnudeln
  • 1 Tasse Wasser
  • 2,5 Tassen Zucker
  • 3 EL Rosenwasser
  • Kirschen
  • Vanillezucker
  • Granatapfelkerne
  • Dattelsirup zum Beträufeln optional
  • Pfefferminze optional

Anleitung

1

  • Die Glasnudeln in eine Schüssel geben und mit kochendem Wasser übergiessen, sodass sie ganz mit Wasser bedeckt sind. Die Glasnudeln ca. 15 bis 20 Minuten ziehen lassen. Dann abgiessen und kalt abschrecken und mit einer Schere in 2-3 cm kurze Nüdeli schneiden. Bezüglich quellen lassen, kann man sich auch einfach an die Packungsanweisung der Nudeln halten, denn je nach Hersteller und Nudelsorte variiert diese etwas. Wichtig ist, dass die Glasnudeln gar sind.

2

  • Zucker und eine Tasse Wasser einen Topf geben und zum Kochen bringen. Dann den Topf von der Platte nehmen, das Rosenwasser dazugeben und abkühlen lassen. Die Hälfte der abgekühlten Nudeln mit dem Sirup vermischen und in kleine Schälchen geben. 2-3 Stunden gefrieren, bis es fast durchgefroren ist. Dann die angefrorenen Nudeln mit einer Gabel verrühren und den Rest der Nudeln untermischen. Die Portionen anschliessend etwa 8 Stunden oder einfach über Nacht nochmals in den Tiefkühler stellen.

3

  • Die Kirschen halbieren, mit etwas Vanillezucker zwei Minuten köcheln oder frisch verwenden. Die Granatapfelkerne herauslösen. Das Glasnudeleis mit den Kirschen und Granatapfelkernen mischen, mit Dattelsirup übergiessen und mit Pfefferminze garnieren.

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