Mags-Frisch-Rezept-der-beste-Kartoffel-Salat

Eine tolle Knolle

Die Knolle hat es nicht einfach. Hören wir Kartoffel, sehen wir den Brei doch schon vor uns: fader Kartoffelstock in der Altersheimkantine, Erbsli und Rübli können auch nicht weit sein. Auch den Ruf das Arme-Leute-Essen schlechthin zu sein, haftet dem Gemüse hartnäckig an. Und zu allem Übel hat die Kartoffel auch hierzulande in den letzten Jahren ernstzunehmende Konkurrenz erhalten. Die Süsskartoffel agiert schlau. Sie weiss sich als Superfood bestens zu inszenieren, schmeckt süsslich, nussig und hat mit ihrem orangefarbenen Fleisch – das muss auch Kartoffel neidlos anerkennen – die deutlich fotogeneren inneren Werte.

Doch Kartoffeln können soviel mehr als Raclettekäse zu hofieren. Sie sind wahre Vitaminbomben, liefern Energie und machen glücklich. Sie haben in Zeiten von Krieg und Seuchen schon breite Bevölkerungsschichten vor dem sicheren Hungertod bewahrt und sind auch heute noch wertvolles Grundnahrungsmittel. Dazu kommt ihre schier unübertreffbare Wandelbarkeit:[nbsp]frittiert, grilliert oder geraffelt – die Kartoffel schmeckt in etlichen Varianten hervorragend. Auch darf sie sich erhobenen Hauptes als weltweit erfolgreich bezeichnen – ob im russichen Eintopf, im indischen Aloo Gobi oder zum Schweizer Raclette – die Kartoffel scheint unerlässlich.

Einer, der den Wert der Kartoffel nicht verkannte, war Günther Grass. Und so wird die Kartoffel in „Der Butt“ beinah hymnisch gefeiert. Ganz wie’s dieser tollen Knolle gebührt.

 

“Patata, Potato, Tartuffel, Erdäpfel, Bulwen… Raleigh oder Drake sollen sie nach Europa verschleppt haben. (…) Heute essen wir: mehlige Salzkartoffeln, rohe Kartoffeln gerieben, in krauser Knochenbrühe gekochte, Petersilienkartoffeln oder nur Pellkartoffeln mit Quark. Wir kennen Kartoffeln mit Zwiebeln gedämpft oder in Senfsosse, Butterkartoffeln, mit Käse überkrustete, gestampfte, in Milch gekochte, in Folie gebackene, winterliche Lagerkartoffeln, Frühjahrskartoffeln. Oder solche in grüner Sosse. Oder Kartoffelmus mit verloreren Eiern. Oder thüringische , vogtländer, hennebergische Kartoffelklösse in weisser Sauce mit Semmelbrösel. Oder Kartoffelmarzipan, Kartoffeltorte, Kartoffelpudding. Oder Kartoffelschnaps.”

 

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Rezept für eine Schüssel Kartoffel-Edamame-Salat mit Pesto-Dressing

 

Zutaten

für den Salat (für circa 4 Personen):

  • 1 kg kleine Kartoffeln (Amandine oder eine andere festkochende Sorte)
  • 500g Edamame TK
  • 4 EL Olivenöl
  • 1-2 TL Honig
  • Salz, Pfeffer
  • getrockneter Thymian
  • 1 Bund Pfefferminze
  • 1 Handvoll Pistazien, geröstet

 

Für das Pesto:

  • Handvoll Rucola (ungefähr 60g)
  • Handvoll Macadamianüsse (ungefähr 50g)
  • 30 g Parmesan
  • Salz, Pfeffer
  • Olivenöl

 

Du kannst natürlich auch dieses Pesto oder dieses hier dazu machen. Ganz nach deinem Geschmack.

 

Zubereitung

1

Die Kartoffeln waschen, halbieren und mit Öl, Salz, Pfeffer und etwas Honig marinieren und in eine grosse Gratinform geben. Die Kartoffeln in der Mitte des Backofens bei 180 Grad für circa 40 bis 45 Minuten garen, sodass sie gar sind, aber noch nicht zu weich. Die TK Edamame in Salzwasser für 8 bis 10 Minuten kochen und dann kalt abschrecken, damit sie die hellgrüne Farbe bewahren.

2

Rucola waschen, trocken tupfen und grobe Stiele entfernen. Rucola, Nüsse und Parmesan in einer Küchenmaschine zu einem Pesto zerkleinern. Mit Salz und Pfeffer würzen und mit reichlich Oiivenöl auffüllen. Das Pesto kann – wenn es immer mit genügend Olivenöl bedeckt ist – einige Wochen im Kühlschrank aufbewahrt werden.

3

Das Pesto unter die gebackenen Kartoffeln mischen und die Edamame ebenfalls dazugeben. Pfefferminze waschen, trocken tupfen und sobald die Kartoffeln etwas abgekühlt sind auch untermischen. Mit gerösteten Pistazien garnieren und servieren.

 

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