Mags-Frisch-Rezept-die-beste-Kuerbis-Suppe

Dopamin zum Löffeln

Ich mochte das schon immer, wenn sich das getunkte Brot mit Suppe oder Sauce gierig vollsaugt und dann – seine Aufnahmefähigkeit gänzlich erschöpft – als aufgequollener Bissen schwerfällig auf dem Löffel landet. Ich pflege auch die Knigge-unverträgliche Angewohnheit, das Brot in mundgerechte Stücke zu zerrupfen und allesamt gleichzeitig in den Tiefen der Suppe zu versenken, um dann einen aufgeweichten Brotklumpen nach dem anderen herauszufischen.

„Sop“ nennt man im Englischen das besagte getunkte Brotstück. Dass wir im Deutschen keinen gleichwertigen Ausdruck dafür haben, ist schade. In der mittelalterlichen Küche waren Sops noch ein angesehenes und weit verbreitetes Mahl. Nicht zuletzt auch aus dem praktischen Grund, weil das Brot schon ein paar Tage alt und entsprechend hart sein durfte. Auf Feiern wurde Brot bereits in Happen serviert, sodass die Bissen nur noch in Suppe, Bouillon oder Wein geworfen werden mussten.

Wer glaubt, dass Sops vor allem zahn- und mittellose Allesesser glücklich machen, hat weit gefehlt. Denn ein ganz Grosser, der sich täglich eine Portion davon gönnte, war niemand geringeres als William Shakespeare. Jeden Morgen, so ist das jedenfalls übermittelt, ass er ein Schüsselchen von in Milch aufgequollenem Brot. Ein weiteres Argument also für mehr Sops im Leben – zum Beispiel mit diesem Rezept hier: Ein mit Käse beladenes Brot schwimmt in sämiger Kürbissuppe. Wenn das mal nicht nach kulinarischer Poesie klingt.

 

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Rezept für Kürbiscrème mit Fontina-Schnitten

 

Zutaten

für die Suppe für circa 4 Personen:

  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Butternuss Kürbis (circa 1kg)
  • 1 Liter Hühnerbouillon
  • 80 g Fontina, gerieben
  • 60 g Parmensan, gerieben
  • 3 EL Mascarpone
  • 1 EL Salbei, fein geschnitten
  • ½ EL frischer Thymian
  • 2 Eigelb
  • 4 Scheiben Brot vom Vortag (oder gar noch älter)
  • Salz, Pfeffer

 

Zubereitung

1

Den Kürbis in grobe Würfel schneiden und gemeinsam mit einer gehackten Zwiebel und dem Knoblauch im Öl andünsten. Dann mit etwas Salz und Pfeffer würzen und Hühnerbouillon dazugiessen. Das Gemüse für ca. 30 Minuten weich kochen und dann in einer Küchenmaschine pürieren. Die sämige Kürbismasse zurück in den Topf geben und 0,5 dl Noillly Prat und ebenso viel Rahm zufügen und nochmals zwei bis drei Minuten köcheln lassen.

2

Fontina und Parmesan fein reiben, Salbei fein hacken und die Thymianblättchen von den Ästchen rupfen. Den geriebene Käse mit Ricotta, den frischen Kräutern und zwei Eigelb zu einer homogenen Masse mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

3

Die Brotscheiben im Backofen für drei bis fünf Minuten anrösten, damit das Brot richtig knusprig ist. Dann die Brotscheiben grosszügig mit der Käsemasse bestreichen. Die Suppe in ofenfeste (Keramik und Porzellan sind so gut wie immer ofenfest) Suppenteller abfüllen und pro Portion eine Käse-Brotscheibe darauf platzieren. Allenfalls noch mit etwas mehr Kräutern bestreuen – denn von Salbei kann man schliesslich nie genug haben.

4

Die Suppenteller nun noch für ca. 8 bis 10 Minuten bei 180 Grad in die obere Hälfte des Backofens schieben bis die Käsemasse schön bräunlich gebacken ist. Wenn möglich die Grillfunktion verwenden. Vorsichtig herausnehmen und sofort geniessen.

 

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