Mags-Frisch-Rezept-Kale-Pomelo-Salat

Das erste Mal Pomelo

Das Leben besteht aus lauter ersten Malen. Auch wenn der erste Sex die Bezeichnung scheinbar für sich annektiert hat. Das erste Mal alleine Verreisen. Das erste Mal betrunken sein. Das erste Mal Fallschirmspringen. Vor einigen Wochen habe ich in Hongkong das erste Mal Pomelo gegessen. Das hört sich vielleicht unspektakulär an, ist es aber mitnichten.

 

Wir spazieren in den Strassen von Kowloon City. Auf den behelfsmässig zusammengebauten Holztheken türmen sich getrocknete Fische und pinke Drachenfrüchte, Korianderberge und haufenweise Pak Choi. Manchmal taucht dahinter plötzlich noch ein Gesicht auf, mit Furchen und Falten, meist freundlich, aber wenig interessiert. Die Touristen kaufen viel, aber wohl selten einen Sack voll fermentierter, getrockneter Mandarinenschale, auch die Fische kein Souvenir.

 

Weil die Läden mit Magnet, Schlüsselanhänger und Aschenbecher mich noch nie begeistern konnten, gefällt’s mir hier zwischen Hühnerfüssen und Trockenfischen ganz gut. Mir fällt eine Frucht auf – bestimmt aus der Familie der Zitrusgewächse. Die Frucht ist prall und deutlich grösser als eine handelsübliche Grapefruit. Wir können nicht widerstehen und kaufen ein Exemplar, eine Pomelo, wie wir bald rausfinden.

 

Das erste Mal Pomelo. Es ist fantastisch. Das Fruchtfleisch ist erfrischend und säuerlich wie eine Grapefruit, süss und sanft wie eine Blutorange und exotisch wie es wohl nur die Pomelo sein kann.

 

Mags-Frisch-Rezept-Kale-Pomelo-Salat

 

Zurück in der Schweiz halte ich Ausschau nach Pomelo und tatsächlich, es gibt sie auch in der Schweiz. Wesentlich kleiner zwar, auch habe ich die rosarote Version noch nicht ausfindig machen können. Das Fruchtfleisch ist nicht so üppig vorhanden wie beim asiatischen Gspändli, aber der Geschmack kommt doch ziemlich an jene vom ersten Mal heran.

 

Rezept für einen Kale-Kabis-Pomelo Salat

 

Zutaten

für den Salat (circa 3 bis 4 Personen):

  • circa 10 Stängel Federkohl
  • 1/2 Spitzkohl
  • 1 bis 2 Blutorangen
  • 1 Pomelo
  • 30 g geröstete Haselnüsse
  • 30 g geröstete Kürbiskernen
  • frische Kräuter zum Garnieren (z.B. Dill oder Pfefferminze)

 

fürs Dressing:

  • 1 EL Senf
  • 1 EL Griechisches Joghurt
  • 1 EL Mayonnaise
  • 50 ml Blutorangensaft, frisch gepresst
  • 5 EL Sesamöl
  • 2 TL flüssiger Waldhonig
  • Salz, Pfeffer

 

Zubereitung

1

Den Federkohl waschen und die groben Blattrippen entfernen, für circa 5 Minuten blanchieren, dann kalt abspülen und das Wasser ausdrücken. Danach den Federkohl auseinanderzupfen und so wieder auflockern. Den Spitzkohl in Scheiben oder Schnitze schneiden, waschen und in eine Gratinform schichten. Mit Olivenöl beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen. Bei Bedarf etwas flüssiger Honig darüber träufeln. Einen guten Schuss Noilly Prat in die Gratinform giessen und mit Alufolie abdecken. Den Kabis nun in der Mitte des auf 200 Grad vorgeheizten Backofens für 20 Minuten garen. Dann Alufolie entfernen und weitere 20 Minuten garen.

2

Die Pomelo schälen, von Hand oder mit einem Messer das Fruchtfleisch von den feinen Häutchen lösen. Das ist ein bisschen Gväterliarbeit, wird aber belohnt. Denn die Häutchen schmecken nicht wirklich gut. Sollte das Fruchtfleisch zerfallen, spielt das keine Rolle. Ob ihr zum Schluss hübsche Schnitzchen oder lediglich Pomelo-Würfelchen habt, tut nichts zur Sache.

3

Alle Zutaten fürs Dressing in einen Mixer geben und zu einer cremigen Sauce mixen. Probieren und je nach Bedarf noch mehr salzen und pfeffern.

4

Den Federkohl mit dem gerösteten Kabis in einer Schüssel oder auf einer Platte arrangieren. Die filetierten Blutorangenschnitze und die Pomelo ebenfalls darauf anrichten. Mit gerösteten Nüssen und Kernen garnieren. Das Dressing lieber extra dazu servieren und nicht direkt vermischen – das sieht schöner aus.

1 Kommentar

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Fränziantworten
April 21 um 08:04 AM

Was ist das Pinke? Könntest du dafür auch noch ein Rezept anfügen?

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