Mags-Frisch-Rezept-Hangover-Fruehstueck-Gipfel

Das Hangover-Gipfeli

Die schlechte Nachricht gleich zu Beginn: Das Konterbier zur Katerbekämpfung ist keine gute Idee. Nun die gute Nachricht: Es gibt andere Lösungen.

Auf den Kater komplett zu verzichten, muss nicht sein, denn sind wir mal ehrlich: Er ist sowas wie das Qualitätsprädikat der vorangegangenen Party. Es gilt aber, ihn möglichst schnell und schmerzlos wieder zu beseitigen. Bevor wir uns aber dem Kater-Killer widmen, gönnen wir uns erst noch den schönsten Kater aus der Literatur. Keiner hat das je schöner in Worte gefasst als Amis Kingsley in ‚Lucky Jim‘.

 

„Dixon lebte wieder. Das Bewusstsein kam über ihn, bevor er ausweichen konnte; nicht der langsame, gemessene Abschied aus den Hallen des Schlafes wurde ihm zuteil, sondern eine barsche Ausweisung. Er lag da, alle Viere von sich gestreckt, zu zerschlagen, um sich zu bewegen, herausgespuckt wie eine zerbrochene Riesenkrabbe am Morgen auf dem teerigen Kiesstrand. Das Licht tat ihm weh, aber nicht so sehr wie das Schauen: Nachdem er seine Augen einmal bewegt hatte, entschloss er, es nie wieder zu tun. Ein staubiges Pochen in seinem Kopf liess die Szenerie vor ihm wie einen Puls auf- und abtanzen. Eine kleine Kreatur der Nacht hatte seinen Mund zuerst als Latrine benutzt und dann als Mausoleum. Während der Nacht hatte er ausserdem aus irgendeinem Grund an einem Geländelauf teilgenommen und war dann von der Geheimpolizei fachmännisch zusammengeschlagen worden. Er fühlte sich schlecht.“

 

 

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Ein Kater dehydriert den Körper. Daher ist es enorm wichtig, viel zu trinken. Idealerweise Wasser – und nein, damit ist nicht das russische Wässerchen, besser bekannt als Wodka, gemeint. Kräutertees und Gemüsesäfte sind auch eine gute Wahl. Weiter helfen salzige Speisen einerseits den Elektrolythaushalt wieder herzustellen, gleichzeitig machen diese durstig – so durstig, dass das Gebechere von literweise Wasser ganz von allein geht.

Und dann das Essen: Spinat, Käse, Ei, Rauchlachs – mit diesen Zutaten hat sich mein Hangover-Gipfel nährstoffreiche und köstliche Gespielinnen ins Boot geholt. Und schlussendlich, sind wir doch ehrlich, gehts beim Katerfrühstück in erster Linie darum, dass es nicht zu lange auf sich warten lässt und auch im Delirium-ähnlichen Zustand noch Gelingchancen hat. Und genau dies ist bei dem Exemplar gegeben.

 

Rezept für ein Kater-Killer-Frühstück

 

Zutaten

für 2 Personen:

  • Gipfel vom Beck deiner Wahl
  • 100 g Rauchlachs
  • drei bis vier Handvoll Wurzelspinat
  • 1 EL Parmesan
  • 1 rote Zwiebel
  • Salz, Pfeffer
  • etwas Olivenöl
  • 2 Eier (zum Pochieren ist es wichtig, dass sie ganz frisch sind)
  • circa 4 bis 6 EL Ricotta
  • Dill und Chutney zum Garnieren

 

Zubereitung

1

Den Spinat waschen, rüsten und mit einer fein gehackten Zwiebel in etwas Olivenöl andünsten. Mit Salz und Pfeffer würzen und den Parmesan darunter mischen.

2

Die Eier pochieren. Dafür einen Topf bis zur Höhe von 5 cm mit Wasser und einem Mini-Schuss Essig füllen und kochen lassen. Kurz vor dem Sieden (das Wasser sollte noch nicht ganz kochen) mit einem Löffel kräftig umrühren, damit in der Mitte ein Strudel entsteht. Der Strudel hilft dabei, das Eiweiss etwas zusammenzuhalten. Das Ei dann in die Mitte des Strudels geben und, je nach Geschmack, zwei bis vier Minuten köcheln lassen, dann mit einem Löffel vorsichtig aus dem Wasser fischen.

Tipp: Eier pochieren fordert etwas Übung. Es gibt etliche Anleitungen auf Youtube, die helfen. Aber auch wenn das pochierte Ei zu Beginn noch nicht so hübsch ausschaut – dem Geschmack tut das keinen Abstrich.

3

Die Gipfel halbieren, mit Ricotta bestreichen und den Spinat darauf anrichten. Den Lachs ebenfalls darauf drappieren und mit dem pochierten Ei toppen. Mit Dill und selbstgemachten oder auch gekauftem Chutney garnieren und geniessen.

Wichtig: Das Chutney nicht weglassen, es verleiht dem Gipfel das gewisse Etwas!

 

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