Mags-Frisch-Rezept-Mohn-Kartoffel-Salat

Was man neben Wodka aus Kartoffeln sonst noch so machen kann

Die WM in Russland steht kurz vor dem Höhepunkt. Einige werden noch immer der verpassten Chance der Schweiz nachtrauern, andere haben Trost und Erfüllung im Tipp-Spiel gefunden und wieder andere freuen sich, wenn dieser Ausnahmezustand dann mal wieder ein Ende findet. Ich nehme die Weltmeisterschaft in Russland  kurzerhand zum Anlass einen russischstämmigen Autoren zu Wort kommen zu lassen. Wladimir Kaminer, der in Moskau geboren und aufgewachsen ist, lebt heute in Berlin und hat mit seinem Werk ‚Russendisko‘ ein Buch geschrieben, das sich fast 2 Millionen mal verkaufte. Kaminer ist ein Intellektueller mit Humor, der sich selber nicht allzu ernst nimmt und mit dieser Leichtigkeit auch in Skandinavien und Übersee Erfolge feiert. Wer noch nie Kaminer gelesen hat, sollte dies nachholen. Beginnen könnte man in der Halbzeitpause.

Dass die Russen Wodka lieben, dürfte allgemein bekannt sein. Dass sie simple Kartoffeln genauso vergöttern jedoch schon weniger. Wladimir Kaminer pflegt mit seiner Mutter und Petersilienkartoffeln eine ganz besondere Beziehung.

 

Meine Beziehung zu meiner Mutter war sehr immer liebevoll. Wir sind uns nie in die Quere gekommen und haben uns immer geholfen. Egal, in was für eine schwierige Situation ich geriet, stets kam meine Mutter mit einem Glas voll gekochter Kartoffeln mit Petersilie an und hat mich gefüttert. Ob ich es nun im Pionierlager wegen zu strenger Disziplin nicht aushalten konnte oder in der Armee. Dort war ich an einem Raketenabwehrstützpunkt stationiert, und wir dürften überhaupt keinen Besuch haben, weil es ein geheimes Objekt war. Aber im Wald hatten wir an einer Stelle Stacheldraht auseinandergerissen, und da kroch meine Mutter im Schnee mit einem Glas Petersilienkartoffeln hindurch. Das habe ich sehr geschätzt.

– Wladimir Kaminer, in einem Interview mit der Frankfurter Neue Presse, 3.9.16

 

Mags-Frisch-Rezept-Mohn-Kartoffel-Salat

 

Das Bild der russischen Mamuschka mit ihrem Kartoffelglas am Zaun find ich derart herzergreifend, dass ich selber mal wieder Kartoffeln nötig habe. Zwar ohne Petersilie, aber dennoch ganz grün ist dieser sommerliche Kartoffelsalat mit Mohn und Erbsen-Dip. Und wer bei Kartoffelsalat an die unsägliche Mayo denkt, darf sich hier eines besseren belehren.

 

Rezept für einen gerösteten Mohn-Kartoffelsalat mit Erbsen-Dip

 

Zutaten
(für 2 Personen)

 

für die Mohn-Kartoffeln:

  • 500 g Frühkartoffeln
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 TL weisser Aceto
  • 1 TL flüssiger Honig
  • Salz, Pfeffer
  • 1 EL Blaumohn

 

für den Erbsen-Dip:

  • 500 g TK Erbsen
  • 200 g Ricotta
  • Salz, Pfeffer
  • 1 EL grünes Pesto

 

zum Fertigstellen:

  • grüner Lattich oder Baby-Lattich, soviel das Herz begehrt
  • 2 Essig, 4 Öl, optional 1 TL Senf, um ein einfaches Dressing für den Lattich zu machen
  • Salz, Pfeffer
  • 60 g Feta
  • 4 EL grünes Pesto
  • geröstete Kerne und Samen zum Garnieren

 

Zubereitung

1

Die Kartoffeln waschen, halbieren und mit Olivenöl, etwas Essig, Honig, Salz, Pfeffer und Mohn marinieren. Die Kartoffeln müssen nicht geschält werden. Die marinierten Kartoffelhälften in eine Gratinform geben und in der Mitte des auf 180 Grad vorgeheizten Backofens für circa 35 bis 45 Minuten backen. Die Kartoffeln sollten kross gebräunt, keinesfalls aber schwarz sein.

2

Für den Erbsen-Dip die Erbsen nach Packungsanleitung kochen, kalt abschrecken und in einem Mixer pürieren. Mit Salz und Pfeffer würzen, den Ricotta beifügen und solange mixen bis ein Mus entstanden ist. Abschmecken.

3

Den Salat rüsten. Mit Essig, Öl und den Gewürzen ein einfaches Dressing mischen und den Feta zerkrümeln. Salat mit dem Dressing beträufeln und auf den Tellern verteilen. Die lauwarmen Mohn-Kartoffeln ebenfalls auf die Teller verteilen und grosszügig mit Erbsenpesto, Feta und Pesto garnieren. Die gerösteten Kerne machen das Finish.

 

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