Mags-Frisch-Rezept-Vietnam-Banh-Mi-Salat

Mit einem Banh Mi anbandeln

Reviews, Empfehlungen, Tipps, hin und wieder ist es klug, all dem keine allzu grosse Beachtung zu schenken. Während ich über Hanoi viel Lob gelesen und einige Laudationes gehört habe, kam von Ho Chi Minh wenig. Klar, auch Ho Chi Minh hat seine Anhänger. Präsenter sind aber die Klagen über zu viele Mofas, zu viel Hektik, zu viel Lärm und halt eben wirklich viel zu viele Mofas.

 

Manchmal tut man gut daran, dennoch hinzufahren. Wir sind begeistert. Es beginnt schon in der Hotellobby , als uns eine warme Stimme irgendwo zwischen einem Dutzend Bouquets künstlicher Blumen willkommen heisst. Weiter geht’s mit einer grossartigen ersten Pho bo, der typischen vietnamesischen Nudelsuppe, die perfekt abgeschmeckt unseren Hunger nicht hätte besser stillen können. Am Abend sitzen wir dann auf farbigen Plastikhockern an einer der meist befahrenen Kreuzung, trinken Fruchtsaft ohne Zucker (wer’s glaubt!) und schauen dem turbulenten Treiben auf den Strasse zu. Die Mofas sind im Schwarm unterwegs, zu hunderten düsen, tuckern, rollen sie nebeneinander her. Dem Zuschauer schnellt von Zeit zu Zeit das Herz Richtung Kehlkopf – immer dann, wenn ein Überholmanöver dem Leichtsinn zweier betrunkener, verliebter Teenies gilt. Es ist unterhaltsam dem Geschehen auf der Strasse zuzusehen, sich selbst darin zu bewegen erst weniger. Doch die Furcht vergeht, nach zwei Tagen schlängeln wir uns – vielleicht weniger elegant – doch ähnlich sicher, durch die tobende Flut von Blechkisten und Krafträdern. Das Rezept ist so simpel wie lebensrettend: immer mit dem Flow, lautet die Devise. Keine abrupten Bremsversuche, keine von Panik gesteuerte Hast.

 

An diesen Verkehrs-Fluss gewöhnt man sich. Die grösste Herausforderung dabei wird, die Aufmerksamkeit auf die Strasse und nicht auf die Strassenstände zu lenken. Links und Rechts tummeln sich kleine Garküchen, die dampfend den Abgasen trotzen. Dicht an dicht verkaufen erprobte Köche frische Frühlingsrollen, alte Marktfrauen verköstigen ganze Familien mit ihren hausgemachten Reisnudeln. Der Duft in der Luft erinnert erst an süsse Mango, dann erwischt uns einen Schwall Hühnersuppe bevor der Geruch von Zitronengras in die Nase steigt.

 

Eindruck machen auch die gefühlten zwei dutzend Banh Mi-Sandwich-Verkäufer in unserer Strasse. Die Banh Mi-Stände kommen meist ohne Theke aus, lediglich eine winzige mit Plexiglas abgeschirmte Auslage stellt die gesamte Palette möglicher Sandwich Zutaten zur Schau. Patée, la vache qui rit-Käse, Koriander-Berge und Gurken-Türme, vielerlei Würste, eine Art Lyoner, sowas wie Salami, Scheiblettenkäse, Kiri-Käse-Dreiecke  –  meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Doch das, was man da auf die Hand bekommt, ist Wohlfühlessen vom Feinsten. Knuspriges Baguette gefüllt mit würzig-scharfem Schwein, knackigen Gurken und frischen Kräutern versetzt in Staunen. Wie aus so simplen, ja gar einfallslosen Zutaten, ein solcher Hochgenuss wird, bleibt ein Geheimnis.

 

Herzhaft gefülltes Baguette mausert sich während unserer Vietnam-Reise zum treuen Begleiter. Wenn sich ein Nachmittagstief breit macht, ist der nächste Banh-Mi-Zauberer mit Gewissheit nicht weit. Egal wie bescheiden die Auslage, egal wie fantasielos die Zutaten im Schaufensterchen – das krosse Brot zwischen unseren Fingern beschert zuverlässig Glücksgfühle. Das Baguette haben übrigens die Franzosen nach Vietnam gebracht, wie auch Patée, Butter, Milchkaffee oder Kuchen. Am letzten Tag in Ho Chi Minh wollen wir uns für die lange Zugfahrt nach Hoi An anständig ausrüsten. Zwei Banh Mi müssen her. Eine alte Dame offeriert uns eine Version mit besonders viel Gemüse, frischen Kräutern und einem süsslichen Erdnuss-Dressing. Mein persönliches Highlight.

 

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Wieder daheim sollen Geruch und Geschmack bekanntlich gegen Fernweh helfen. Inspiriert von der grazilen, alten Dame am Bahnhof von Ho Chi Minh City, hab ich einen Salat kreiert, den man im Baguette, zum Baguette oder auch einfach pur geniessen kann. Koriander, Minze, frische Gurken und würzige Erdnüsse lassen Erinnerungen aufleben und das alte Vegi-Frauchen im Kopfkino vor Freude vor mir tanzen.

Das Exquisite an diesem Salat ist die Feinheit seiner Zutaten. Gemüse, Nüsse, Kräuter, alles kommt in Brunoise-Form daher und sorgt so für ein unvergleichliches Geschmackserlebnis. Mit dem Power Häxler von Betty Bossi habe ich die einzelnen Zutaten in Sekundenschnelle feinst zerkleinert. Kein mühsames Hacken, egal ob Gurke, Koriander oder Erdnüsse – der Häxler liefert ein perfektes Resultat.

 

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Rezept für einen Vietnam Style Salat mit oder im Baguette

 

Zutaten
(für 2 – 3 Personen)

 

für den Salat:

  • 1 Gurke (idealerweise Nostrano, da diese weniger Wasser enthält)
  • 1 Fenchel
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 1 Bund Koriander
  • 1 Bund Pfefferminze
  • 1/2 glatte Petersilie
  • 60 g gesalzene und geröstete Erdnüsse

 

für das Dressing:

  • 1/2 TL Zucker
  • 1/2 TL Fischsauce
  • Salz, Pfeffer
  • 2 EL Limettensaft
  • 2 EL Reisweinessig
  • 3 EL Sesamöl
  • 1 EL gerösteter Sesam

 

zum Fertigstellen:

  • Chiliflocken (optional)
  • frische Kräuter
  • gerösteter Sesam
  • fein gehackte Erdnüsse
  • frisches Baguette
  • Frischkäse oder hausgemachte Mayo

 

Zubereitung

1

Gurke, Fenchel, Frühlingszwiebel und die Kräuter waschen. Kräuter gut trocken schütteln. Einige Kräuter für die Garnitur auf die Seite legen. Das Gemüse in grobe Würfel schneiden und nacheinander im Häxler zerkleinern. Die Kräuter ebenfalls im Häxler zerkleinern. Darauf achten, dass man die Kräuter nur kurz zerkleinert, nicht dass sie zu fein und somit matschig werden.

2

Die Erdnüsse ebenfalls im Häxler zerkleinern. Je nachdem wie fein man die Nüsse haben möchte, zerkleinert man sie länger respektive weniger lang. Einige zerkleinerte Nüsse für die Garnitur auf die Seite legen.

3

Fürs Dressing alle Zutaten in einem Schüttelbecher gut mischen.

4

Alle Zutaten vermengen und mit dem Dressing mischen. Mit einigen Kräutern und Erdnüssen garnieren. Das Baguette im Ofen anrösten und zum Salat servieren. Wer mag, schneidet das Baguette auf, streicht Frischkäse auf beide Hälften und füllt das Brot grosszügig mit dem Salat.

 

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Betty Bossi entstanden. Auch wenn ich dafür entlohnt wurde, gebe ich nur meine eigene Meinung wieder. Bei Inhalt und Text hatte ich völlige Gestaltungsfreiheit.

 

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