Mags-Frisch-Rezept-Borschtsch

Was ist Schmand?

Es gibt doch diesen netten Spruch.
Wie schreibt ein Kind heutzutage Gugelhupf?
Antwort: – Googlehupf.

 

Mal abgesehen davon, dass auch ich nicht weiss, ob sich dieser Kuchenklassiker nun Gugelhupf oder vielleicht doch eher Guglhopf schreibt, die Orthografie auch dialektal geprägt ist und dieser Kuchen – kommt er dann in der gängigen Marmor-Variante daher meist eh besser aussieht, als er dann schmeckt – mal abgesehen davon, find ich diesen Spruch ganz lustig. Den Kindern von heute wird Google ja quasi in die Wiege gelegt. Wir lernten noch aufwändig auswendig, die Kinder von heute lernen höchstens noch wo suchen.

 

Meine Grossmutter, selber keine Nutzerin der Suchmaschine, fasste Google mal so zusammen: Ist ja eigentlich wie früher die Nummer 111, also die Auskunft. Nun ja, dass Google mehr weiss, als die frühere Auskunft, hab ich ihr dann plausibel erklären können.

 

Herr und Frau Schweizerin googeln viel. Tagtäglich werden allein hierzulande mehrere Millionen Suchanfragen gestartet. Die häufigste ‚Was-Frage‘ im vergangenen Jahr war in der Schweiz ‚Was ist Schmand?‘.

 

Herr und Frau Schweizer wollen also nicht wissen, was genau Treibhausgase sind oder was das Übereinkommen von Paris sagt? Auch nicht was #metoo bewegen konnte oder was ein Populist ist. Was aber Schmand ist, das interessiert viele.

 

In den deutschen Rezepten steht Schmand überall da, wo man Sauerrahm, sauren Halbrahm oder gar Crème fraiche verwenden kann. Normalerweise hat Schmand einen Fettanteil von circa 10% bis 20%, daher passt der Sauerrahm, den wir hier in den Regalen finden, am Besten.

 

Und es gibt kein Rezept, in dem dieser viel gesuchte und schwer gefragte Schmand besser zu Geltung kommt als in einer russischen oder vielleicht doch besser ukrainischen Borschtsch. Borschtsch ist das Nationalgericht der Russen, aber auch der Urkainer und der Streit, welches Land, diese Kraftbrühe denn für für sich beanspruchen darf, gärt schon lange. Auch in Rumänien, in Polen oder Weissrussland kochen sie eine Suppe aus Randen, Weisskohl und veredeln mit Smetana, oder eben Schmand.

 

Google weiss es übrigens auch nicht besser. Ob Borschtsch der russische oder der ukrainische Nationalstolz ist, bleibt ungeklärt. Immerhin lässt sich der sogenannte ‚Borschtsch-Gürtel‘ klar einzeichnen. Dieser zieht sich von Polen über Rumänien, die Ukraine, Weissrussland bis zur Wolga und Don in Russland. Auch in New York hat man lange von einem Borschtsch Belt geredet und meinte eine Gegend, in der viele osteuropäische Juden ihre Ferien verbrachten.

 

Borschtsch ist perfekt für die kältere Jahreszeit. Ein perfekt geratener Borschtsch sollte soviel Gemüse enthalten, dass ein Holzlöffel im Suppentopf stehen bleibt. An die Devise ‚beim Gemüse nicht knausern‘ halte ich mich gerne. Ich habe nun mal eine pürierte Variante versucht und bin begeistert. Mit dem Suppen-Chef von Betty Bossi ist meine Borschtsch in kürzester Zeit gekocht, grob püriert und abgeschmeckt. Während ich früher mit dem Pürierstab meiner Küche zu einer hübschen pinken Marmorierung verholfen hätte, kann ich die Suppe jetzt in kürzester Zeit und vor allem mit geringstem Aufwand zubereiten. Der Suppen-Chef kocht, püriert und hält die Suppe bis zum Dinner schön warm. Ihr findet diesen Helfer über Google oder direkt bei Betty Bossi.

 

Als Schmand-Häubchen zum Schluss möchte ich euch folgendes Borschtsch Gedicht der Lyrikerin Mascha Kaléko nicht vorenthalten.

 

Wie wäre es mit einem Borschtsch?
von Mascha Kaléko

Man nehme erstens zirka sieben
fein abgeschälte rote Rüben.
Dann hacke man den Weißkohl klein,
tu Zwiebel, Salz und Essig rein.
Mit Hammelfleisch muß das nun kochen,
auf kleiner Flamme, sieben Wochen.
Jetzt Kaviar mit Wodka ran
nebst Zimt und frischem Thymian.
Nun schüttet man das Ganze aus
und ißt am besten – außer Haus

 

Ich versichere euch, diese Borschtsch ist nicht zum Wegschütten gedacht. Im Gegenteil, ich glaube, auch die werte Dame Kaléko hätte an der ihre Freude gehabt.

 

 

Rezept für eine wärmende Borschtsch mit Schmand

 

Zutaten
(für circa 2 – 3 Personen)

 

für die Suppe:

  • 2 grosse Randen
  • 1/2 Weisskohl
  • 2 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • Bouillon
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer zum Abschmecken, falls nötig
  • 1/2 EL Apfelbalsam
  • 1/2 TL Honig
  • Dill zum Garnieren
  • reichlich saurer Halbrahm zum Servieren
  • frisches Brot

 

Zubereitung

1

Randen schälen und in grobe Würfel schneiden. Weisskohl waschen und ebenfalls in grobe Schnitze schneiden. Zwiebeln vierteln. Knoblauchzehen schälen.

2

Gemüse, Bouillon, Wasser, Pfeffer, Apfelbalsam, wenig Honig und Olivenöl in den Suppenchef geben und das Programm grobe Suppe wählen.

3

Warten. Eine Serie schauen, wer nicht eh schon dran ist: Babylon Berlin.

4

Der Borschtsch auf die Suppenteller verteilen, mit Dill und reichlich Sauerrahm garnieren. Mit frischem Brot servieren und geniessen.

 

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Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Betty Bossi entstanden. Auch wenn ich dafür entlohnt wurde, gebe ich nur meine eigene Meinung wieder. Bei Inhalt und Text hatte ich völlige Gestaltungsfreiheit.

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