Krasser Klassiker

Gimbap, Burek, Pastel de Nata – Essen kann so schön aufregend sein. Gimbap lernte ich in Korea kennen, Burek in Bosnien und das mini Küchlein mit süsser Crèmefüllung im Blätterteig ist und bleibt das verführerischste Andenken an Lissabon überhaupt.


Und dann gibt es da auch einfach Urheimisches, Gerichte, die schon immer da waren, die keine Erinnerungen an vergangene Reisen oder die grosse weite Welt auslösen, sondern schlicht an eines erinnern: ans Zuhause. Vielleicht bisschen weniger aufregend, ja, aber nicht minder wohltuend, im Gegenteil. Das sind doch dann die Dinge, die Geborgenheit schenken, Wärme und Nostalgie. Die an die Kindheit erinnern, an Zweisamkeiten und Klassenfahrten. Ich denke an heisse Schokolade und Birchermüsli, an frischen Zopf und Hörnli mit Gehacktem. Und natürlich an Apfelkuchen.


Apfelkuchen ist ein Klassiker. Der Klassiker schlechthin wenn man so will. Allein wenn ich Apfelkuchen höre, wird mir warm ums Herz. Ich erinnere mich an den gedeckten Apfelkuchen meiner Mutter, den ich warm besonders liebte. Oder an den Apfelkuchen von meiner Grossmutter, eine sogenannte Zürcher Pfarrhaustorte. Die unangefochtene Devise für diese Köstlichkeit lautete: Je mehr Apfelhälften im Teig versinken, desto besser. Ich denke an warme Herbsttage, wo wir in der Sonne sassen, Suuser tranken und Apfelkuchen mit Marroni assen. Ich erinnere mich sogar an meinen Sprachaufenthalt in den USA und meine erste Einkaufstour in einem überwältigend grossen Supermarkt – als ich in einer schieren Menge unüberschaubar vielen Joghurtsorten die Geschmacksrichtung ‚Apfelkuchen‘ erspähte und trotz Heimweh auf der Stelle sehr glücklich war. Mir kommen auch Kindergeburtstage in den Sinn. Zugegeben Rüblikuchen, Gugelhupf und Brownie, alles total lecker. Doch mit der Apfelroulade, die mein Mami jedes Jahr zur Feier des Tages zubereitete, war der kindliche Schoggistängelicake chancenlos, da vermochten auch eine Handvoll Smarties in der Verzierung nichts mehr auszurichten. Die Roulade war besser. Ich war kein Kind mit mehr Niveau oder einem ausgereifterem Geschmackssinn, nein, ich war schlicht und einfach schon immer ein Apfelkuchen-Fan.



Apfelkuchen-Fan bin ich nach wie vor. Und als alter eingesessener Apfelkuchen-Fan lasse ich es mir auch nicht nehmen, immer wieder damit zu experimentieren. Soeben mit Marzipan, Mohn und vielen, wirklich vielen, äusserst hübschen Pink Lady Äpfeln. Die Pink Lady Äpfel sind perfekt dafür. Da sie nicht sehr viel Wasser enthalten, machen sie den Kuchen saftig und ‚apflig‘, aber eben nicht zu feucht und wässrig. Sie sind süss, fest und haben eine wunderschön pinke Farbe, was sie noch dazu sehr ansehnlich macht. Ab Herbst gibt’s Pink Lady Äpfel aus der Schweiz. Also nichts wie los, einheimische pinke Ladies posten und backen.



Rezept für einen Apfel-Marzipan-Mohn Kuchen


Zutaten


Für den Teig:

  • 150 g Mehl
  • 200 g gemahlene Mandeln
  • 2 TL Weinstein Backpulver (aus dem Bioladen)
  • 2 Prisen Salz
  • 2 EL Blaumohn
  • 3 Eier
  • 100 g Butter, flüssig
  • 180 g Rohrzucker
  • 1 Päckli Vanillezucker
  • 200 g Marzipan
  • 1,5 dl Vollrahm
  • 2 Pink Lady Äpfel

Fürs Topping:

  • 4 Pink Lady Äpfel
  • einige Butterflocken (ca. 20 g)
  • 2 El Rohrzucker

Zubereitung:

1

Mehl, gemahlene Nüsse, Backpulver, Mohn und Salz in einer grossen Schüssel mischen.

2

In einer weiteren Schüssel die flüssige Butter mit dem Zucker mit dem Handrührgerät schaumig schlagen und dann ein Ei nach dem anderen darunterziehen. Den Marzipan an einer Bircherraffel raffeln oder in zwischen den Fingern verreiben und zur Masse dazugeben, mit dem Handrührgerät alles zu einer geschmeidigen Masse schlagen. Vollrahm, Vanillezucker und die geraffelten Äpfel darunterziehen.

4

Die flüssige Masse sorgfältig unter die trockene Massen ziehen, alles kurz vermengen, jedoch nicht zu lange rühren. Den Teig in eine gefettete oder mit Backpapier ausgelegte Backform geben und mit dem Apfelschnitzen belegen. Die Apfelschnitze idealerweise dicht an dicht ziegelartig aufeinanderschichten, so entsteht ein schönes Muster. Die Äpfel mit Rohrzucker und Butterflöckchen bestreuen und auf der untersten Rille des auf 180 vorgeheizten Backofens für 45 bis 55 Minuten backen. Nach 45 Minuten Stäbchenprobe machen.


Dieser Blogpost ist in Zusammenarbeit mit Pink Lady Äpfeln entstanden. In der Gestaltung hatte ich völlig Freiheit und ich gebe nur meine ganz persönliche Meinung wieder.

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