Orange Curd
Verdikt Veganuary

Veganuary, Detox, Saftkur, Shake, Smoothie. So gesund die Notizen auf meinem Fresszettel waren, so meisterhaft bin ich damit gescheitert. Das war Anfang Januar. Ich – wie so viele andere motivierte Seelen – meinen im Januar sei alles anders, alles leichter. Fasten, Sport, Zucker- und Alkoholverzicht, geht im Januar fast von selbst. Denkste. 


Begonnen hat’s vielversprechend. Mein neuer Fit Mix Zitrus von Betty Bossi und ich waren bereit, bereit Tag für Tag einen Gemüseshake zu mixen. Auch Früchte dürfen’s mal sein. Äpfel, Orangen, Grapefruit, Ingwer, Bananen und dann eben die penetrant gesunden grünen Zutaten wie Spinat, Kale oder Gurken. Sie alle sollten mir das gesunde Leben smooth machen. Vielleicht etwas Kokosjoghurt oder Hafermilch, und bisschen Tahini oder Kakaopulver, wenn’s mal reichhaltiger sein darf. Ganz die Freude verderben wollen wir uns ja auch nicht. Eben, das war Anfang Januar. 


Lemoncurd Schäferstündchen – und Veganuary adé

Es kam anders. Eines Abends im Januar, es war schon spät und die Woche fortgeschritten, telefonierte ich mit einer Freundin. Voller Tatendrang berichtete ich ihr von meinem Fit Mix Zitrus und dem halben Liter gepressten Grapefruits-Orangensaft, der bei mir im Kühlschrank wartet. Ich erzählte ihr, dass ich morgen früh daraus einen Smoothie zubereite, es kommt dann noch eine Kaki dazu, Ingwer bestimmt, Kurkuma vielleicht. Meine Begeisterung schwappte über und wir eiferten weiter, erzählten von Zitronen und Orangen, von süssem Saft und sauren Komponenten – und ohne Vorwarnung, nichts Böses ahnend, waren wir plötzlich in weiter Distanz zum gesunden Shake, sondern mitten in einem Lemon Curd Schäferstündchen.


Keine Stunde später stehen in meiner Küche zwei Gläser Lemon Curd. Butter, Zucker, Eigelb und Zitronensaft machen den Klassiker, bei mir sind’s anstatt der Zitronen Orangen und Grapefruits. Es duftet nach Veranda mit Hängematte und Key Lime Pie. Eine betörende Zitrusnote hängt in der Luft. Und ich kann’s kaum erwarten bis die Nacht vorüber und die Bäckerei wieder offen hat. Ich will mir diese Curd aufs Brot schmieren und im Gelb versinken, Gemüseshakes und Veganuary in weiter Ferne, der Curd ist liebliche Realität. 


Zu meinem Vorsatz gilt es vielleicht noch zu sagen, dass ich unterdessen resigniert habe. Die Tage vergingen, der Monat nahm Fahrt auf und ich verlor meine guten Vorsätze an Blondies, Wiedikerwürstchen, Fondue und eben Orange Curd. So schlimm ist das gar nicht. Denn meine Fit Mix Zitrus hab ich dennoch in vollem Betrieb. Sie liefert mir nicht nur Saft für sündige englische Aufstriche, sondern auch für die wirklich gesunden Sachen. Zwischen Orange Curd, Raclette und Spaghetti Plausch erfreue ich mich an Kaki-Smoothie und Gurken-Apfel-Zitronen-Saft nämlich ganz gewaltig.


Rezept für ein Orange Grapefruit Curd


Zutaten


  • 3 dl Saft (circa 4 Orangen und 2 Grapefruits, kommt aber doch sehr auf die Grösse an), Zesten von 2 Orangen
  • 150 g Zucker
  • 60 g Butter
  • 2 Eigelbe
  • 2 EL Reismehl oder Maizena
  • frisches Sauerteigbrot, zum Servieren

Zubereitung

1

Orangen und Grapefruits halbieren und mit der Fit Mix Zitrus Presse pressen. Für ein grosses Glas Curd braucht man circa 3dl frisch gepressten Saft.

2

Saft, Zucker, Butter, Zesten und Reismehl oder Maizena in eine Pfanne geben und mit dem Schwingbesen mischen. Dann bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen und ständig rühren. Sobald es kocht Pfanne sofort vom Herd nehmen, Eigelbe dazugeben und für weitere 2 Minuten mit dem Schwingbesten rühren.

3

Die Curd Masse durch ein Sieb in ein ausgekochtes Konfiglas leeren. Das Sieb verfeinert den Curd noch, daher sehr zu empfehlen. Wenn der Curd nicht reibungslos durchfliesst, mit einem Löffelchen bisschen nachhelfen. Dann Deckel drauf und auskühlen lassen. Danach ist der Curd im Kühlschrank circa 3 bis 4 Wochen haltbar.

Veganuary hin oder her, en Guete.



Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Betty Bossi entstanden. Auch wenn ich dafür entlohnt wurde, gebe ich nur meine eigene Meinung wieder. Bei Inhalt und Text hatte ich völlige Gestaltungsfreiheit.

4 Kommentare

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Erikaantworten
Februar 01 um 04:02 PM

Wieviel Butter wird benötigt? Schöne Bilder.
Liebe Grüsse Erika

Nicole Gigerantworten
Februar 01 um 04:02 PM
– Als Antwort auf: Erika

Liebe Erika, danke dir fürs Lob. Das freut mich sehr. Ach echt, die Butterangabe ist irgendwie rausgefallen, zum Glück fragst du! Danke. Ich habe circa 60 g genommen, zwischen 40g bis 100g würd ich meinen ist alles wunderbar. Je nachdem, was die eigene Vorliebe ist. Liebgruss, Nicole

Christineantworten
Januar 27 um 10:01 AM

Hmmm, sieht lecker aus und riecht sicher super. Wann kommen die Eigelb rein?
Liebe Grüsse Christine

Nicole Gigerantworten
Januar 28 um 08:01 AM
– Als Antwort auf: Christine

Liebe Christine, danke dir, sehr guter Punkt, die gingen im Text ja komplett vergessen. Sie kommen rein, sobald die Pfanne vom Herd genommen ist, dann wird nochmals gut gerührt. Hab’s nun oben ergänzt.
Wünsche einen wunderbaren Tag und grüss dich lieb,
Nicole

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