Brauche Brunch

Das Brunchen haben wir geradzu verprofessionalisiert. Mit perfekt gekochtem poached egg lässt sich auf Tinder Herzen erobern, die Shakshuka gehört ins Standardrepertoire eines jeden Stadtbürgers und die Zutaten für Mimosa in jede halbwegs ausgestattete Hausbar.


Butterbrot und Co.

Am Frühstückstisch zeigen sich die wahren Genussmenschen. Es gibt jene, die schon früh morgens in üppige Brote beissen, sich liebevoll eine Kräuter-Omeletten braten oder auf das, sowohl in Einfachheit und Geschmack kaum zu überbietende, Butterbrot setzen. Oder jene Geniessernaturen, die in einer Seelenruhe ihre. mit vielerlei Früchten versehene, Müslischüssel auslöffeln, Kaffee aufsetzen, um dann Zeitung lesend in den neuen Tag zu starten. Und für all die, die mit Kaffee nicht oder noch nicht zu begeistern sind, gibt’s Schokoladenmilch. Nicht zuletzt wegen des morgendlichen Glas Nesquik hab ich meine Kindheit in erquikendster Erinnerung. Kaum zu überbieten war’s jeweils am samstag und sonntags, als ich mir diesen Zaubertrank selber anmischen durfte – und noch grenzenlos unbeschwert weder Kalorien noch Karies scheute. 


Eieruhr, sonst nix

Es kommt nicht von irgendwoher, dass die Königsdisziplin in Sachen Essen der Brunch ist – und das konkurrenzlos. Am Wochenende gelten weder Zeiten noch Zaster, der Wecker verstummt und die einzige Uhr, die was zu melden hat, ist die Eieruhr. Das schönste am Bruch ist, dass er zwar einen offiziellen Start, aber so gut wie kein Ende hat. Der Brotkorb bleibt für einen ganzen Tag lang auf dem Tisch stehen, die Krümel markieren über Stunden, hier wird gegessen und genossen. Von süss bis salzig und wieder zurück, beim Brunchen gelten keine Regeln, ausser vielleicht diese: wer nach 15 Minuten sein Besteck so akkurat platziert und damit signalisiert fertig gegessen zu haben, ist nicht nur Spassbremse, sondern auch Brunch- und Genusskiller. Ansonsten, erlaubt ist was schmeckt. Ob Konfiture mit Peanutbutter oder Weichkäse, Nutella im BMI-gefährdenden Bereich oder drei Schüsselchen Birchermüsli mit Schlagrahm – go for it



Teilzeitpensum Corona

Die letzten Wochen waren nicht gerade unbeschwert. Wir hangelten uns von Pressekonferenz zu Pressekonferenz, haben Artikel über Artikel gelesen, Einschätzungen und Analysen studiert – ein neues Teilzeitpensum, zweifelsohne. Wir haben unser Leben in vielerlei Hinsicht auf den Kopf gestellt. Einzig, was man sagen gesichert sagen konnte: nichts ist wie’s war. Dennoch haben sich viele gut, ja erstaunlich gut arrangiert. Und doch, sehnen wir uns nach der Normalität. Wollen Freunde und Familie wieder sehen und in die Arme schliessen.


Routine please

In Zeiten wie diesen gilt es umso mehr, sich selber Gutes zu tun. Und dazu gehört auch ausgiebiges Frühstücken. Das tägliche Zmorge oder der ausgedehnte Brunch vermitteln nebst Routine und Gewohnheit auch wohltuende Glücksgefühle. Wenn schon vieles aus den Fugen gerät und die Normalität weit weg scheint, ist es beruhigend am Frühstückstisch in alten Gewohnheiten zu schwelgen. Und das Schönste am Brunchen Zuhause? Exakt, der Chiller-Modus is on. Keine Frisur, die sitzen muss, keine Jeans, die drückt, nur das Pyjama, die Speisen, dein Kaffee und du.

A pro po Pyjama. Falls ihr mal wieder ein besonders hübsches und bequemes Exemplar benötigt, schaut bei mir auf Instagram. Ich verlose da gemeinsam mit Calida eines, ein #stayhome Dress sozugen. Aufregend bequem, sag ich dir.


Zitronen Ricotta Kuchen

Zitronen Ricotta Kuchen

Zitronen Ricotta Polenta Kuchen

Das Rezept eignet sich für eine 26 cm Durchmesser Kuchenform.

Zutaten

  • 200 g feine Polenta
  • 200 g Mandeln gemahlen
  • 500 g Ricotta
  • 100 g Butter
  • 80 ml Honig
  • 6 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 300 g Zucker
  • 1 Päckli Vanillezucker
  • 1 bis 2 EL Amaretto
  • 2 Handvoll Mandelblättchen
  • 1/2 TL Vanilleextrakt
  • 4 Zitronen (idealerweise Amalfie Zitronen in Bioqualität, aber alles andere tut's auch)
  • 2 Zweige Rosmarin
  • Salzflocken oder Fleur de Sel zum Garnieren

Anleitung

1

  • Die weiche Butter und den Honig mit einem Handrührgerät crèmig schlagen. Die Eier trennen. Ein Eigelb nach dem anderen zur Butter-Honig Masse geben und weiterschlagen bis alle Eigelbe eingearbeitet sind. Die Eiweisse mit einer Prise Salz und 150 g Zucker steif schlagen. 

2

  • Die Zitronen waschen und solange raffeln bis ein Teelöffel knapp mit Zitronenzesten gefüllt werden kann. Die Zitronen halbieren und den Saft auspressen.

3

  • Die Hälfte der Zitronenzesten unter die Butter-Honig-Eigelb-Masse mischen. Dann erst den Ricotta, Vanillezucker, dann Polenta und Mandeln unterheben. Zum Schluss noch das geschlagene Eiweiss behutsam darunterziehen. 

4

  • Den Teig in eine gute gefettete Kuchenform geben und mit Mandelblättchen bestreuen. Dann in der Mitte des auf 150 Grad vorgeheizten Ofens für 40 bis 45 Minuten backen.

5

  • Unterdessen mit dem restlichen Zucker (150g) und dem Zitronensaft einen Sirup kochen. Saft, Zucker, Vanille und restliche Zesten aufkochen und zu einem Sirup einköcheln. Bei Bedarf noch 1 bis 2 EL Amaretto zugeben. Wer den Rosmaringeschmack mag, kocht einen Zweig mit.

6

  • Sobald der Kuchen gebacken ist, mit einer Stricknadel oder Zahnstocher Löcher in den noch heissen Kuchen stechen und den Zitronensirup darüber träufeln. ¾ des Sirups so in den Kuchen einarbeiten. Den restlichen Sirup dann kurz vor dem Servieren darüber träufeln. Mit Rosmarin und einigen Salzflocken garnieren. 

Notizen

Rosmarin und Salz können nach Belieben weggelassen werden. Der Rosmarin ist mehr fürs Auge, das Salz für den Geschmack. Wer die zurückhaltende und doch so interessante Kombi von Salz in süssen Desserts mag, sollte sich nicht zieren.

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Calida.ch entstanden. Ich hatte jedoch völlige Gestaltungsfreiheit und gebe nur meine persönliche Meinung wieder.

4 Kommentare

An Diskussion teilnehmen.

Amelieantworten
April 25 um 09:04 AM

Hello, I was wondering if you could help me here: so if I were out of ricotta what do you think would be a good alternative?
I mean, that due to these certain circunstances -COVID cough cough- getting all ingredients is not always possible, and so far I’ll also have to do without the rosemary and almond leaves -which luckily is nothing essential, so that’s okay- but I’m not quite sure what to do about the ricotta…
PS: This looks awesome, and I bet it tastes even better !
Hope you have a wonderful day. All the best, ~A.

Petraantworten
April 19 um 05:04 AM

Guten Morgen!
Benutzt Du du eine normale 28cm Kuchenform?
Der Kuchen schaut echt toll aus, kommt auf meine Nachback-Liste!
LG, Petra

Nicole Gigerantworten
April 20 um 11:04 AM
– Als Antwort auf: Petra

Liebe Petra, ich habe eine 26cm Kuchenform benutzt und das geht wunderbar damit. Du kannst auch eine 28cm Kuchenform verwenden. Immer noch reichlich Masse. Eine 24cm ist dann wohl eher etwas knapp.
Gutes Backen & herzlichst, Nicole

Petraantworten
April 25 um 05:04 AM
– Als Antwort auf: Nicole Giger

Danke Dir für die Info – der Kuchen sieht auf den Bildern im Größenverhältnis zu den Croissants eher sehr klein aus! 😉

Schreibe einen Kommentar