Mags-Frisch-Rezept-Ofen-Randen-mit-pikantem-Granola
Knuspriges vom Paartherapeuten

Mit diesem Menu kann man punkten. Besonders das pikante Granola versteht es, Tinder-Dates, Kinder, reizende Nachbarn oder Ehegatten zu beeindrucken. Die Ehegatten werden überwältigt sein, staunen, ja aus allen Wolken fallen…

Dabei wäre eine solche Performance für eine gute Ehe nicht mal nötig – sofern beide Ehegatten Feinschmecker sind. Klingt absurd? Überhaupt nicht. Dies behauptet schliesslich niemand geringeres als Jean Anthelme Brillat-Savarin. Von ihm habe ich bereits einmal berichtet. Bin ja recht beeindruckt von dem Typen. Französischer Schriftsteller, einer der bedeutendsten Gastrosophen überhaupt und echter Gourmet. 25 Jahre lange arbeitete er an seinem Hauptwerk, „Die Physiologie des Geschmacks“, das 1826 dann endlich herauskam. Für ein intaktes Eheleben, so riet er, sollten Ehegatten vor allem die Liebe für gutes Essen teilen.

So schrieb er vor fast 200 Jahren:

„Herrscht sie auf beiden Seiten, so übt die Feinschmeckerei den denkbar grössten Einfluss auf das Glück zweier Gatten. Zumindest einmal am Tage haben sie, sofern sie Feinschmecker sind, den angenehmsten Anlass zur Zusammenkunft. Denn die Trennung vom Bett – sehr verbreitet – ist noch lange nicht die Trennung vom Tisch. Stets lässt sich dies Thema für die Unterhaltung erneuern: man spricht nicht nur im Präsens – auch was sie gegessen haben oder essen werden; welche Modegerichte sie bei andern gesehen; von neuen kulinarischen Erfindungen – und all diese intimen Causerien, all dieser “chit-chat” hat eine Menge Reize. Gewiss, auch die Musik übt manche Anziehung auf ihre Jünger, aber man muss sie doch extra beginnen: es ist und bleibt eine Arbeit. Im übrigen ist man öfters erkältet, Noten sind nicht zu finden, Instrumente sind verstimmt, man hat Migräne – man streikt. Zu Tisch dagegen ruft beide Gatten ein beiderseitiges Bedürfnis und hält sie dort fest; ganz von selbst kommen da die kleinen Aufmerksamkeiten, mit denen jeder gern sich schmückt, und die Art, wie das häusliche Essen abläuft, trägt viel zum Glück des Lebens bei.“

Physiologie des Geschmack, Jean Anthelme Brillat-Savarin

Auch wenn also gar keine Glanzleistungen gefordert sind, schaden tun sie bestimmt nicht. Knusprig mag schliesslich jeder und dieses pikante Granola funktioniert genau gleich wie das Knuspermüsli zum Frühstück, nur dass es eben nicht süss, sondern pikant, sprich mit Salz, Pfeffer und Curry gewürzt ist. Hier habe ich es auf Za’atar-Randen aus dem Ofen gestreut, es passt aber genauso gut über allerlei grüne Salate oder sonstiges Gemüse.

Rezept für Kichererbsen-Quinoa mit Za’atar Randen und Granola

Zutaten

für Quinoa & Randen:

  • 1 Tasse weisser Quinoa
  • 4-6 farbige rohe Randenknollen auf dem Markt gibts rote, gelbe, weiss-pinke…
  • 1 Glas Kichererbsen
  • Salz Pfeffer, 2 TL Za’atar, Honig und Olivenöl zum Marinieren
  • frischer Konblauch oder etwas Knoblauchpulver
  • frischer Oregano oder Thymian

für pikantes Granola:

  • 50 g Haferflocken
  • 40 g Sesam
  • 40 g Pekkanüsse
  • 40 g Haselnüsse
  • 40 g Kürbiskerne
  • 30 g Sonnenblumenkerne
  • 30 g Cashewnüsse
  • 4-5 EL Kokosöl kann auch Olivenöl oder ein anderes sein
  • 1 TL grobes Meersalz Pfeffer, 1 EL Currypulver
  • 1-2 EL Honig

Anleitung

1

  • Für das Granola alle Zutaten mischen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und gut verteilen. Die Knusper-Mischung sollte dünn auf dem ganzen Blech verteilt sein. Dann im Ofen bei 170 Grad 20 Minuten backen. Alles kurz wenden und weitere 10-15 Minuten backen. Wenn die Mischung zu dunkel wird, eventuell Temperatur etwas reduzieren. Die Knuspermischung auf dem Blech gut abkühlen lassen.

2

  • Danach kann das Granola in grosse Konfi- oder Weckgläser abgefüllt werden und hält so, gut verschlossen, einige Wochen. Das Granola veredelt jeden Salat, passt hervorragend zu Gemüse aus dem Ofen oder über alle Gerichte, die nach etwas Crunch schreien.

3

  • Die Randen schälen und in Scheiben schneiden, mit Olivenöl, Salz, Pfeffer, Za’atar und Honig marinieren. Zum Schluss noch etwas frischen Oregano oder Thymian darüber verteilen und in eine Gratinform geben. Im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad ca. 45 Minuten garen.

4

  • Während die Randen im Ofen gar werden, den Quinoa mit der doppelten Menge Gemüsebouillon gar kochen. Er darf aber schon noch Biss haben.

5

  • Die Kichererbsen aus dem Glas gut abspülen und in etwas Öl anbraten, mit Salz, Pfeffer und etwas Knoblauch würzen.

6

  • Die Kichererbsen unter den Quinoa mischen. Wenn die Randen gar sind, herausnehmen und mit dem Kichererbsen-Quinoa auf den Tellern anrichten. Das Granola grosszügig darüber krümeln. Dazu passt das obligate Tahini-Dressing oder einfach Naturejoghurt oder Sauerrahm mit etwas darunter gemischten Kräutern.

1 Kommentar

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mäxantworten
August 25, 2016 um 06:08 PM

lots of ingredients

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