Kult Kulturen – im Herbstmäntelchen

„Eine Angewohnheit kann man nicht aus dem Fenster werfen. Man muss sie die Treppe hinunterprügeln, Stufe für Stufe,“


meint Markt Twain. Oder wenn wir das etwas gewaltfreier ausdrücken: der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Die Macht der Gewohnheit ist gross, besagt ein Sprichwort und birgt sehr viel Wahres. Die Gewohnheit beginnt schon mit dem Aufstehen. Handywecker, Snoozen, ein zwei Mal snoozen, zwanzig Mal snoozen. Und hier würde Twain zu Recht ergänzen:


Nichts bedarf so sehr der Reform wie die Gewohnheiten der Mitmenschen.


Die grössten Gewohnheiten pflegt der Mensch aber beim Essen, allem voran bei seinem Joghurtkonsum. Sind wir ehrlich, kennst du jemanden, der stets ein anderes Joghurt kauft? Die vollständige Palette der fünf Dutzend Marken und etlichen Geschmacksrichtungen durchprobiert, um dann, wenn er fertig ist, wieder von vorn zu beginnen, weil das Regal im Supermarkt bereits neue Sorten – in veganer, in biologischer oder laktosefreier Variante – auf dem Markt hat. Nein, sie werden niemanden solches finden. Aber sie kennen den Mokka-Käufer oder den Schokoladenjoghurt-Vernichter, die Freundin, die exotische Fruchtjoghurts kauft oder jene, die Sojavarianten liebt. Jep, sind wir ehrlich, nichts ist so stark wie unsere Joghurt-Gewohnheit. Natürlich, die können sich ändern, auswachsen, anpassen. Im Herbst greife ich zu Marroni, im Sommer zu Feige. Special Editionen tun es mir immer an. Aber im Grundsatz bleibt’s gleich: Kokos und Schoggi, gern auch mal Banane. Das wär’s dann an Varietät.


Abhilfe schaffen könnte hier ein Jogurtino von Betty Bossi. Mit diesem Gerät kannst du einfach, ja im Handumdrehen und quasi über Nacht dein eigenes Joghurt kreieren. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, die Möglichkeiten schier unerschöpflich. Einziger Wehmutstropfen. Auch mit diesem Ding wirst du deine Lieblinge rasch gefunden haben und nicht mehr so schnell von ihnen loskommen. Aber das ist okay.


Joghurt wird schon seit Jahrhunderten hergestellt, vor allem in Ländern in Osteuropa hat das Joghurt eine lange Tradition. Der Entstehungsprozess von Joghurt ist schnell erklärt: Bakterienkulturen bauen den Milchzucker Laktose zu Milchsäure ab, dabei gerinnt das Milcheiweiss. Diese Milchsäuregärung, besser bekannt als Fermentation, führt zu deutlich längerer Haltbarkeit und gibt dem Joghurt seinen typischen Geschmack. Und das Beste daran: seine Herstellung ist noch um ein Vielfaches einfacher als seine Erklärung.


Es gibt viele gute Gründe Joghurt selber zu machen. Du kannst die Geschmacksnoten oder Kombinationen frei, fantasievoll, ja geradezu anarchistisch wählen – keinerlei klassischen Kombis nötig wie Vanille mit Rhabarber oder Birne und Schokolade (wobei Letzteres gemeinsam tatsächlich für Höheres bestimmt zu sein scheint.) Du kannst Kokos mit Kürbis vermählen, oder Feige zu weisser Schokolade gesellen, Trauben mit Thymian oder Kastanien und Lebkuchengewürz. Zudem bestimmst du seine Süsse und seinen Zuckergehalt selber, noch dazu seine Süssungsart – ob Kokosblütenzucker, Ahornsirup oder Birkenzucker, es passt, was passen muss. Ein weiterer Vorteil ist, dass man Verpackungsmaterial und somit eben auch Plastik einsparen kann.  



Grundrezept fürs Joghurt


Zutaten


Zubereitung

1

1 dl Milch in einen Messbecher geben, Joghurt zufügen und mit dem Schwingbesen gut verrühren. Restliche Milch dazu giessen, alles verrühren.

2

Joghurt-Milch-Mischung in die Portionengläser giessen und in die Heizschale stellen. Die Joghurt-Deckelchen noch nicht aufschrauben. Die Haube aufsetzen.

3

Mini-Jogurtino (das ist die kleine Variante) einschalten und für circa 8 Stunden ruhig stehenlassen bis das Joghurt gereift ist. Dann die Deckelchen aufschrauben und die Gläser in den Kühlschrank stellen, mindestens 6 Stunden kalt und fest werden lassen.




Gewürz-Joghurt mit Birnen und Haselnüssen


Gewürzmilch


Zutaten:

  • 5 dl Vollmilch
  • 1 EL Honig oder Birkenzucker
  • 1 TL Zimt, gemahlen oder 1 Zimtstange
  • ½ TL Kardamom, gemahlen oder einige grüne Kardamomkapseln
  • ½ TL Gewürznelken
  • ½ TL Ingwer, gemahlen oder eine Scheibe frischer Ingwer
  • ¼ TL Muskat, gemahlen

Topping:

  • 3 Birnen, nicht allzu weich
  • 1 EL flüssiger Honig

Nuss-Topping:

  • Handvoll Haselnüsse
  • Handvoll Pekannüsse
  • 1 bis 2 EL Ahornsirup
  • 3 Prisen Meersalz

Zubereitung

1

Gewürze und Vollmilch in einen Topf geben und alles auf mittlere Stufe für circa 5 bis 7 Minuten köcheln lassen. Kochende Milch nie aus den Augen lassen, also immer in der Nähe sein. Mit Birkenzucker oder Honig süssen.

2

Die Gewürzmilch durch ein Sieb in einen Krug oder Messbecher giessen und vollständig auskühlen lassen.

3

Sobald die Milch Zimmertemperatur hat, weiterfahren wie normal. Also 1 dl Milch mit Joghurt verrühren, restliche Milch zufügen und die Gewürzmilch-Mischung in die Gläser giessen. Haube aufsetzen, 8 Stunden gären, kühlstellen.

4

Fürs Topping die Birnen vierteln, Gehäuse rausschneiden. Die Birnenhälften für einige Minuten pochieren (idealerweise in einer Teflonpfanne), dann Wasser abgiessen. Honig oder Ahornsirup zufügen und die Birnenviertel für ein paar Minuten karamellisieren. Wer mag, gibt noch etwas Fett in Form von Butter oder Rapsöl hinzu, um das Karamellisieren Schulbuchartig auszuführen. Da aber eh noch etwas Pochierwasser in der Teflonpfanne verblieben ist, ist das nicht mal nötig.

5

Für das Nuss-Topping Haselnüsse, Pekannüsse halbieren oder im Mörser etwas zerkleinern. Mit Ahornsirup und Meersalz mischen und in der Mitte des auf 130 Grad vorgeheizten Ofens für circa 12 bis 15 Minuten rösten. Abkühlen lassen, sodass die Mischung knusprig ist.

Joghurt mit Birnen und Nüssen toppen. Geniessen.


Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Betty Bossi entstanden. Ich hatte jedoch völlige Gestaltungsfreiheit und gebe nur meine ganz eigene Meinung wieder.

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