Mags-Frisch-Rezept-Doerrbohnen-Curry

But you must dry, dry and dry, dry and dry.

Kochen ist sexy. Das Heimchen am Herd hat schon lange ausgedient. Spätestens seit Nigella Lawson und Jamie Oliver scharf anbraten, hat Kochen auch was mit Sexappeal zu tun. Wenn Jamie mit reichlich Olivenöl und viel Handarbeit seine Salatblätter einmassiert, ist das Hingebung bis aufs Letzte.

 

Seit einigen Jahren ist gar vom gastrosexuellen Mann die Rede. Während der Metrosexuelle sein Spiegelbild optimiert, perfektioniert der Gastrosexuelle sein Spiegelei. Eigentlich ist es naheliegend, Männer sowie Frauen, die gern und gut kochen, sind attraktiv. Dabei denke ich jetzt nicht an die Versorger-Debatte. Im Stil von er oder sie weiss, wie die Familie zu überwintern wär. Nein, viel eher die Tatsache, dass gute und vor allem leidenschaftliche Köche wahre Geniesser-Naturen sein müssen, ist reizvoll. Dem Guten und Schönen nicht abgeneigt, stets für ein Glas Wein und einen Teller Pasta zu haben.

 

Mein gastrosexueller Mann hat nach dem ausgiebigen Studium des Betty Bossi Sortiments den Dörrautomat zum neuen Must-have erkoren. Ein Dörrautomat, ganz richtig. Damit treibt man Gemüse und Früchte das letzte Wasser aus, macht sie schrumpelig, farblos und welk. Wie war das nochmals mit dem Sexappeal? Gemüse über Nacht altern lassen, sodass es am nächsten Morgen faltenreich und runzlig ist, soll sexy sein? Allein schon der Name ‘dörren’ ist schädlich für Frische und Knackigkeit. Ob Jamie dörrt?

 

Zugegeben, das Vertrauen in meinen gastrosexuellen Mann ist gross. Es ist ehrlich verdientes Vertrauen. Als ich vor 10 Jahren Dörrbohnen und getrocknete Feigen für unappetitlich und suspekt hielt, versuchte er mich davon zu überzeugen, was mir dabei entgehen würde. Natürlich hat er Recht behalten, so runzlig und saftlos sie erscheinen, so überwältigend ist ihr Geschmack. Die Dörrbohnen hab ich längst als exquisites Gemüse anerkannt. Ich koche sie so regelmässig, dass mir nicht entgeht, dass die chinesischen Bohnen für 1,70 CHF zu haben wären, während ich für hiesige fünf mal mehr bezahle. In vielen Geschäften und auch zu bestimmten Jahreszeiten sind Schweizer Dörrbohnen sowieso kaum zu bekommen. Es ist darum naheliegend, wenn wir jetzt schon unattraktives Dörren betreiben, dann müssen erst mal Dörrbohnen her.

 

Die Bohnen habe ich bei einem Bio Hof in Kloten gleich selber gelesen und anschliessend mit dem Betty Bossi Dörrautomaten gedörrt. Skills sind keine gefragt, lediglich etwas Geduld. Während nun Beeren, Feigen, Bohnen und Kräuter im Überfluss vorhanden sind, werden sie im Winter dann fehlen. Darum gibt’s nichts Klügeres, als sich seine liebsten Sommerfrüchte und das bevorzugteste Sommergemüse einzumachen, zu pickeln und eben auch zu dörren. Mein Dörrbohnen-Vorrat wächst und wächst. Mit den Dörrbohnen hab ich erst Salat gezaubert, ein anderes mal ein herbstliches Curry mit Kürbis. Ich bin hin und weg. Von den eigenen Dörrbohnen, vom Dörren, vom Haltbarmachen. Sollte sich künftig mal jemand mit dem Dörrautomaten anlegen, bekommt er es mit mir zu tun. Das Teil kann was, Sexappeal hin oder her.

 

Mags-Frisch-Rezept-Doerrbohnen-Curry

 

Rezept für ein Dörrbohnen-Kürbis-Curry

 

Zutaten

 

für das Curry:

  • 1/2 Butternusskürbis
  • 100 g Dörrbohnen
  • etwas Bouillon
  • 1 EL Kokosöl
  • 2,5 dl Kokosmilch
  • 2 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • wenig frischer Ingwer
  • 0,5 dl Weisswein
  • 1 TL Chutney (ich habe ein Auberginen-Chutney aus dem Inder-Laden verwendet, Mango-Chutney funktioniert ebenfalls prima)
  • 1 EL Currypulver
  • Salz, Pfeffer
  • 3 Prisen Zucker
  • reichlich Koriander, Kokosraspeln und schwarzer Sesam zum Garnieren

 

Zubereitung

1

Die frischen Bohnen kurz blanchieren und dann für den Dörrautomaten auf den extra dafür vorgesehenen Schalen auslegen. Sie sollten sich nie überlappen, dürfen aber schon ziemlich dicht nebeneinander zu liegen kommen, denn die Bohnen werden ja nicht grösser, nur kleiner. Die Bohnen für circa 14 Stunden dörren lassen. Die Bohnen können nun ohne weiteres einige Monate aufbewahrt werden. Eignet sich auch gut zum Verschenken.

2

Wer genug gewartet hat und die Bohnen nicht mehr horten möchte, kocht zum Beispiel ein Curry. Dafür die Bohnen über Nacht in einer Schüssel mit kaltem Wasser einweichen. Die eingeweichten Bohnen dann in Bouillon für circa 25 bis 30 Minuten kochen.

3

Den Butternusskürbis schälen, in Würfel schneiden und zusammen mit einer feingehackten Zwiebel im Kokosöl scharf anbraten. Den Knoblauch dazu pressen und dann etwas frisch geraffelten Ingwer, Currypulver, Salz, Pfeffer und Zucker zufügen. Die Kokosmilch dazugiessen und etwas weiterköcheln. Dann die gekochten Dörrbohnen mit wenig Bouillon dazu geben und alles solange köcheln bis der Kürbis gar ist. Zum Schluss noch Weisswein dazugiessen

4

Das Curry probieren und gegebenenfalls noch mit etwas Salz oder Pfeffer nachwürzen. Das Curry mit Koriander und Kokosraspel grosszügig garnieren und mit indischem Roti (Fladenbrot) oder Reise servieren.

 

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Betty Bossi entstanden. Auch wenn ich dafür entlohnt wurde, gebe ich nur meine eigene Meinung wieder. Bei Inhalt und Text hatte ich völlige Gestaltungsfreiheit.

 

 

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